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Gedenkveranstaltungen zum 9. November

Foto: „Erinnern nicht vergessen“ im November 2018

Unter dem Motto ERINNERN NICHT VERGESSEN treffen sich am Sonntag, den 10. November 2019 um 16 Uhr am Mahnmal im Inselgässchen, Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger, Vertreter/innen der Rödelheimer Kirchengemeinden sowie verschiedener Organisationen, um an die jüdischen Mitbürger/innen zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.

1938: Der Pogrom markierte die Wende. Mit keinem anderen Ereignis hat das NS-Regime so zynisch demonstriert, daß es auch auf den Schein rechtsstaatlicher Tradition nun keinen Wert mehr legte. Antisemitismus und Judenfeindschaft, wie sie als Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie schon immer propagiert worden waren, schlugen jetzt um in die primitiven Formen physischer Gewalt und Verfolgung. Die sog. „Reichskristallnacht“ bildete den Scheitelpunkt des Wegs zur „Endlösung“, zum millionenfachen Mord an Juden aus ganz Europa.“

(Zitiert nach Wolfgang Benz)

Bereits am Freitag, 8. November 2019 wird es im Gemeindesaal der Cyriakusgemeinde, Alexander Str. 37 in Rödelheim, eine Vorstellung des Dokumentar-Theaters der Bühne für Menschenrechte aus Berlin geben: Die NSU-Monologe. Eine Veranstaltung des Fördervereins der Stadtteilbibliothek Rödelheim FörSteR e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtteilbibliothek, dem RaUM für Kinder und Teenies, Courage gegen Rassismus, dem AWO-Ortsverein Rödelheim und dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main. Nähere Informationen auf der Website von Förster e.V.

Am Samstag, 9. November 2019 startet um 17:30 Uhr ab Baruch-Baschwitz-Platz (Rödelheim Bahnhof, Ostseite) der Stadtteilrundgang „Stolpersteine in Rödelheim“. Bei dem Stadtteilrundgang werden verschiedene Biografien Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger vorgestellt, die Opfer der NS-Herrschaft wurden.

Im Anschluss bietet das soziale Stadtteilzentrum „CENTRO“ (Alt-Rödelheim 6) ein Abendessen an und zeigt ab 20 Uhr den Film „Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma’abarot“.
Nähere Informationen auf der Facebook-Seite von Centro.

2019: In Halle (Saale) versucht der Rechtsextremist Stephan Balliet am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, mit Waffengewalt in die Synagoge im Paulusviertel einzudringen. Die Türen der Synagoge halten Stand, nur deshalb kann ein Massenmord an Juden verhindert werden. Der Angreifer erschießt eine Passantin, später den Besucher eines Imbiss. Auf der Flucht schießt er auf weitere Personen, verletzt einige von ihnen schwer. Datum, Ziel und die antisemitischen Motive der Tat hatte der Angreifer zuvor im Internet bekanntgegeben; die Ausführung übertrug er mit einer Helmkamera live im Internet.

Fotoausstellung: 30 Jahre Heimat- und Geschichtsverein Rödelheim

Das vielseitige Betätigungsfeld des Vereins wird dargestellt: das Sichtbarmachen historischer Gebäude in Rödelheim, Kultur-Café, Sommerfeste, Pflege historischer Gräber, Bilderausstellungen, Vorträge und Exkursionen, Veröffentlichungen zur Geschichte Rödelheims.
Die Ausstellung ist zu sehen vom 7. bis 30. August 2019
Dienstag, 13.8.2019, 17 Uhr: Feierstunde zum Jubiläum und Einführung in die Ausstellung mit Dr. Armin Kroneisen

Erinnern nicht vergessen

Die Pogromnachts-Gedenkveranstaltung am Mahmal der ehemaligen Synagoge in Rödelheim fand in diesem Jahr bereits am 4. November statt. Unter dem Motto ERINNERN NICHT VERGESSEN folgten rund 60 Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger der Einladung durch Vertreter der Rödelheimer Kirchengemeinden sowie verschiedener Organisationen, um an die jüdischen Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.

Rock gegen Rechts

Gegen Ausgrenzung – Für Frieden und Solidarität

Am diesjährigen Antikriegstag, Samstag dem 1. September wird ein großes Konzert als politische Kundgebung auf dem Frankfurter Opernplatz stattfinden. „Für Frieden und Solidarität“ lautet die Überschrift, unter der sich über 70 Organisationen zusammengefunden haben, darunter Umwelt- und Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Parteien, Stiftungen und städtische Institutionen: die Palette ist breit.

Anlass für das Bündnis sind auch die aktuellen politischen Diskussionen, in denen oft ein zunehmend menschenfeindlicher Ton dominiert. „Wir wollen ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Frieden und Menschenrechte, Vielfalt und Solidarität setzen“, sagt Philipp Jacks, der die Veranstaltung federführend organisiert. „Wir wollen eine Politik des Friedens, der Abrüstung und der Solidarität. Menschenrechte dürfen nicht verhandelbar sein. Frankfurt und Deutschland waren schon immer multikulturell, und gerade diese Vielfalt ist unsere Stärke.“

Die Schirmherrschaft übernommen haben die Vizepräsidentinnen der Deutschen Bundestages Claudia Roth und Petra Pau, sowie Oberbürgermeister Peter Feldmann und die Frankfurter Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber.

Musikalische Beiträge sind geplant von Shantel & Bucovina Club Orkestar (Balkan-Pop), Sookee (HipHop), Gastone (Folklore/Pop), Revolte Tanzbein (Ska), FEE. (Singer-Songwriter), Azzis mit Herz (HipHop), Baby Shoo (Hip-Hop), Ethnotolia (World) und dem GKB Frauen Rock Chor.

Eintritt frei, aktuelle Informationen unter www.rock-gegen-rechts.info

Arthur-Stern-Platz eröffnet

Am Mittwochvormittag, 14. Februar 2018 wurde der Arthur-Stern-Platz am Rödelheimer Bahnhof bei strahlendem Sonnenschein eröffnet. Abends kamen auf Einladung des Ortsbeirats und der evangelischen Cyriakusgemeinde die Enkel Arthur Sterns – die Geschwister Carol und William Froehlich, die extra aus den USA angereist waren – zum Empfang in den RAUM. Heiko Lüssmann referierte über die Geschichte der Familie Stern, die in den 1920er-Jahren ein Textilwarengeschäft in Alt-Rödelheim betrieben hatte. Arthur Stern war in seinem Stadtteil sehr anerkannt, sportlich für den 1. FC Rödelheim stark engagiert und viele Jahre dessen Vorsitzender. Doch Anfang der 1930er-Jahre veränderte sich das Leben für die Familie drastisch, in Rödelheim war eine besonders aggressive Ortsgruppe der NSDAP aktiv. Schon 1932 wurde Arthur Stern aus dem Vorstand des FC gedrängt und seit April 1933 wurden jüdische Geschäfte in Rödelheim systematisch boykottiert. Der Familie gelang 1939/40 die Flucht in die USA. Dort konnte Tochter Edith ein neues Leben beginnen, sie heiratete Walter Froehlich, gründete eine Familie. Durch den freundschaftlichen Kontakt zu Heiko Lüssmann besuchte sie noch mehrmals Rödelheim. Edith Froehlich starb im Alter von 91 Jahren im November 2014 in den USA. Ihre Kinder Carol und William freuten sich über die Benennung des Bahnhofsplatzes nach ihrem Großvater und sprachen angeregt mit den zahlreichen Rödelheimern, die zum Empfang in den RAUM gekommen waren.

Foto: William Froehlich vor dem Bild seines Großvaters Arthur Stern.

Lesen Sie auch den Bericht in der Frankfurter Rundschau vom 15.2.2018

Einladung zum Empfang der Enkel von Arthur Stern

Einladung zum Empfang der Enkel von Arthur Stern, Carol Froehlich und William Froehlich

Der Ortsbeirat 7 und die Evangelische Cyriakusgemeinde laden anlässlich der Einweihung des Arthur-Stern-Platzes die Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger ganz herzlich zum Empfang der amerikanischen Enkel des Namensgebers ein. Beide sind auf Einladung der Stadt Frankfurt am Main aus Buffalo und Washington angereist, um an der feierlichen Einweihung des nach ihrem Großvater benannten Platzes teilzunehmen. Mittwoch, 14. Februar 2018, 19 Uhr im RaUM – Evangelische Cyriakusgemeinde – Wolf-Heidenheim-Straße 7.

Im Rahmen des Empfangs gibt es die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Unterstützt wird der Empfang vom RaUM für Kinder und Teenies, der Friedensinitiative Rödelheim, Courage gegen Rassismus, dem Heimat- und Geschichtsverein Rödelheim, 1. FC Rödelheim 02, der Initiative Synagoge Rödelheim, FörSteR e.V., der Initiative Stolperstein Rödelheim, Zusammen e.V.

Für den Ortsbeirat: Michaela Will, Ortsvorsteherin.
Für die Evangelische Cyriakusgemeinde: Nicole Lauterwald, Vorsitzende des Kirchenvorstandes

Lesen Sie auch den Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 28.1.2018

Erinnern nicht vergessen

GEDENKSTUNDE AM SONNTAG 12. November 2017: Unter dem Motto ERINNERN NICHT VERGESSEN trafen sich Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger, Vertreter/Innen der Rödelheimer Kirchengemeinden sowie verschiedener Organisationen, um an die jüdischen Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.
Foto: ak

Zeichen setzen


Foto: Initiatorin Helga Dieter, mit Dr. Meron Mendel von der Bildungsstätte Anne Frank

Fast 150 Besucher folgten der Einladung zur Einweihung des Plakats „Gemeinsam gegen Nazis“ mit den bunten Logos der Vereine und allen 650 Namen der UnterzeichnerInnen, das nun für ein halbes Jahr deutlich sichtbar auf einer großen Werbefläche vor dem Bahnhof Rödelheim zu sehen ist. Die ungewöhnliche Ausstellung sollte durch eine kleine, improvisierte Feier am Mittwoch, 26. April eröffnet werden. Und alle sind gekommen!

Man kann sich kaum eine Veranstaltung vorstellen, bei der ohne Pause oder musikalische Unterbrechungen 18 kurze Ansprachen von Referenten zwischen 18 und 80 Jahren gehalten werden, die alle begründen, warum sie an der Aktion teilnehmen. Dabei gibt es ohne jegliche Absprachen kaum Wiederholungen, denn die Perspektiven sind sehr unterschiedlich. Obwohl die Veranstaltung bei kühlem Wetter im Freien stattfand, hörten die fast 150 TeilnehmerInnen interessiert bis zum Ende zu.

Das Entsetzen über die antisemitischen Angriffe und der entschlossene Vorsatz für gemeinsames, öffentliches Auftreten gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit wurde in historischen, pädagogischen, politischen, biografischen, religiösen, psychotherapeutischen und kulturellen Bezügen reflektiert. Dies in der hier gebotenen Kürze darzustellen ist nicht möglich. Deutlich wurde aber, dass sich in Rödelheim eine Debattenkultur entwickelt hat, in der kontroverse Positionen sachlich verhandelt werden.

Die einzelnen Beiträge aus den Organisationen bzw. von ihren Repräsentanten aus dem Stadtteil sind so differenziert und interessant, dass wir hoffen, dass der Main-Nidda-Bote sie als Gastkommentare in einer Art Kolumne im nächsten halben Jahr nacheinander veröffentlicht. Dabei könnten die beteiligten Rödelheimer Fraktionen weiterhin vorbildlich zeigen, dass es Probleme gibt, die nicht zum Wahlkampf taugen.

Es gab auch Kritik am Anmieten der Werbefläche. Aber eine bessere Idee, wie man mit einem Aufruf fast aller Institutionen, Initiativen, Fraktionen und Vereine eines Stadtteils sowie 650 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern längerfristig ein öffentliches Zeichen setzt, hatte auch niemand. Wir werden die Kosten schon stemmen und danken der citoyen-Stiftung für ihren Beitrag. Inzwischen hat auch die Bildungsstätte Anne Frank einen Betrag beigesteuert und die Sammlung vor Ort ergab 320 Euro. Es fehlen noch ca 1200 Euro. Deshalb bitten wir um Spenden (Spendenquittung erhältlich):

Konto: UBER Courage, Verwendungszweck AUFRUF
IBAN: DE30300606010103597946
Deutsche Apotheker- und Ärztebank, BIC: DAAE DE DD

Berichte in der Presse