
In diesem Jahr wurden sieben neue Stolpersteine in Rödelheim verlegt. Vor dem Haus Burgfriedenstraße 15 erinnern nun Stolpersteine an das Ehepaar Irma und Friedrich Enders.

In diesem Jahr wurden sieben neue Stolpersteine in Rödelheim verlegt. Vor dem Haus Burgfriedenstraße 15 erinnern nun Stolpersteine an das Ehepaar Irma und Friedrich Enders.

In Rödelheim wurden am 3. Juni 2026 sieben weitere Stolpersteine für Opfer der Shoa enthüllt. Vor dem Haus Alt-Rödelheim 38 erinnert nun ein Stolperstein an Erna Grünebaum. Stolpersteine für ihre Eltern und ihren Bruder waren bereits im Jahr 2007 verlegt worden.

In Rödelheim wurden sieben weitere Stolpersteine verlegt, die am 3. Juni feierlich enthüllt wurden. Vor dem Haus Alt-Rödelheim 6 erinnern Stolpersteine nun an Anna und Louis Schönthal.
Am Mittwoch, 3. Juni 2026 werden in Rödelheim sieben weitere Stolpersteine für Opfer der Shoah enthüllt.
Gemeinsam mit der Initiative Stolpersteine Frankfurt enthüllt die Initiative Stolperstein Rödelheim am 3. Juni sieben weitere Stolpersteine für jüdische Opfer der Verfolgung und der Shoah in Rödelheim. Erinnert wird damit an Heinrich und Lina Hammel, Anna und Louis Schönthal, Friedrich und Irma Enders und Erna Grünebaum.
Heinrich Hammel war der letzte Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Rödelheims. Gemeinsam mit seiner Frau Lina war er Inhaber eines Textilgeschäftes in seinem Haus in der Burgfriedenstraße 5.
Anna und Louis Schönthal lebten mit ihrer Familie in Alt Rödelheim 6 und betrieben dort ein Geschäft für Weiß- und Wollwaren.
Friedrich Enders und seine Frau Irma, geb. May, lebten als christlich-jüdisches Ehepaar in der Burgfriedenstraße 15. Sie flohen vor ihren Verfolgern nach Brüssel, wo sie als Fluchthelfer Widerstand leisteten und schließlich verhaftet wurden.
Erna Grünebaum war die jüngste Tochter der Familie Grünebaum, die in Alt Rödelheim 38 lebte. Alle Familienmitglieder wurden in der Shoah ermordet. Für ihre Eltern und ihren Bruder wurden bereits Stolpersteine verlegt.
Die Enthüllung der Stolpersteine beginnt am Mittwoch, 3. Juni um 10.30 Uhr vor dem Haus Alt Rödelheim 6, erfolgt um 11.10 Uhr vor dem Haus Alt Rödelheim 38, setzt sich fort um 11.50 Uhr vor dem Haus Burgfriedenstraße 5 und endet um 12.30 Uhr mit der Enthüllung der Stolpersteine vor dem Haus Burgfriedenstraße 15.
Im Rahmen der Verlegung werden die Biografien der Menschen, an die mit den Stolpersteinen erinnert wird, vorgetragen. Rödelheimerinnen und Rödelheimer sind herzlich eingeladen, an der Zeremonie teilzunehmen.
Auf den ersten Blick mag es vielleicht als unpassend erscheinen, dass wir, in einer
Zeit von großen politischen Spannungen und einem näherrückenden Dritten
Weltkrieg weiterhin Gedenkveranstaltungen wie die zur Befreiung von Auschwitz,
dem größten Konzentrationslager der Zeit des Naziterrors, durchführen.
Wir sind der Meinung, dass es äußerst notwendig ist, daran zu erinnern, welche
Eskalationsspirale sich aus der Verfolgung von Menschen und dem unbedingten
Willen zum Krieg ergibt. Auschwitz war vielleicht das furchtbarste
Resultat dieser Eskalation und es kostete ungeheure Anstrengungen, die
Kriegsmaschinerie Hitlerdeutschlands zu stoppen und die Lager zu befreien.
In Auschwitz waren nur noch 9000 Menschen verblieben, als die Rote Armee am 27. Januar 1945 die Tore des Lagers aufsprengte. Die dort Angetroffenen waren schwerkrank und unfähig, die Todesmärsche, die die SS durchführte, zu bewältigen, viele konnten nicht einmal mehr gehen. Die sowjetischen Soldaten versuchten sofort, die Menschen mit Nahrungsmitteln und ärztlicher Versorgung in aufgebauten
Krankenhäusern zu retten – es überlebten aber nur wenige.
Der sowjetische Fotograf, Alexander Woronzow, der das Lager, in dem die
halbtoten Gefangenen verharrten, dokumentierte – ebenso wie die Zeugnisse der
Ermordeten (Schuhe, Brillen, Kleidung) – erinnerte sich: „Unseren Augen bot sich
ein schreckliches Bild: Eine riesige Anzahl von Baracken – viele ohne Dächer – auf
Pritschen lagen Menschen, Skelette schon, mit Haut überzogen und abwesendem
Blick. Es war schwer, sie ins Leben zurückzuholen…“
Die Opfer, die für diese Befreiung aufgebracht werden mussten, sind im
Gesamtkontext des Kampfes der Sowjetarmee gegen Nazideutschland zu sehen
und waren so groß, dass sie den kommenden Generationen für immer eine Lehre
sein müssen, was es heißt, zu spät aktiv zu werden: Gegen Krieg, aber auch gegen
jede Form von Faschismus!
Wir treffen uns zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz am Dienstag, 27. Januar 2026, um 16:00 Uhr, am Standort der früheren Synagoge Rödelheim, Inselgässchen.
Es laden ein: Die Friedensinitiative Rödelheim, die Evangelische
Cyriakusgemeinde, Initiative „Stolpersteine“ Rödelheim, Courage gegen
Rassismus, die Farbechten/die Linke Stadtteilgruppe Rödelheim, SPD und VdK.
Gedenkstunde am 9. November um 16 Uhr am Standort der ehemaligen Rödelheimer Synagoge im Brentanopark.
Einladung zum Gedenken an die Pogromnacht des 9. November 1938
Sonntag, 10. November 2024, 16 Uhr am Mahnmal der ehemaligen Synagoge Rödelheim
Als die Nazis die jüdische Bevölkerung in Deutschland anfingen zu verfolgen, zu
deportieren und zu ermorden, gab es sicherlich viele Menschen in der
Nachbarschaft, die dabei nicht mitmachen wollten. Viele wandten sich allerdings
ab, in der Hoffnung, mit der Brutalität der Täter nicht noch selbst in Berührung zu
kommen. Indoktriniert und manipuliert, wie die Menschen damals waren, gab es
weder eine verbreitete Kultur des zivilen Ungehorsams (der angesichts der
mordenden Truppen Hitlers auch immer unmöglicher wurde), noch eine Kultur
der Zivilcourage.
Gibt es sie heute? Heute ist selbst nach Jahrzehnten relativer Demokratie und
Meinungsfreiheit die Situation nicht so viel anders, als wir es glauben möchten:
Greifen wir denn ein, wenn gegen “Flüchtlinge” pauschal geschimpft wird? Wenn
Migrant*innen an allem und jedem, das nicht klappt in diesem Land, Schuld sein
sollen?
Dass wir selbst handeln müssen, um neuen Rassimus und neue Diskriminierung zu verhindern, soll uns auch an dem diesjährigen Gedenken an die November-
Pogrome gegen die Juden in Deutschland, klar werden.
Stellen wir uns also die Frage: Kämpfen WIR um mehr Menschlichkeit? Dann
müssen wir wieder lernen, selber zu denken und uns jeglicher neuer
Diskriminierung und Ausgrenzung entgegenzustellen!
Unsere Gedenkveranstaltung findet statt am Sonntag, den 10. November 2024, um 16 Uhr, am Mahnmal der ehemaligen Synagoge Rödelheim, Inselgässchen. Alle an der Veranstaltung Interessierten laden wir, wie immer, herzlich dazu ein.
Bettina Mandellaub für die Friedensinitiative Rödelheim

Volles Haus bei der Veranstaltung „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ mit dem Schauspieler Roman Knižka, dem Bläserquintett OPUS 45 und der Sängerin Pia Liebhäuser am 28. Januar 2024 in der Cyriakuskirche. Die Besucherinnen und Besucher erlebten eine Aufführung mit eindringlicher Musik und messerscharfen Texten, die den Atem stocken ließen.

Artikel in der Frankfurter Neuen Presse vom 30. Januar 2024:

Am 27. Januar vor 79 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am Samstag, 27. Januar 2024, 16 Uhr am Mahnmal der Synagoge Rödelheim.