Lesung „Rettet wenigstens die Kinder“

Edith Stern mit ihrer Großmutter. Copyright: Familie Froehlich

Kindertransporte aus Frankfurt – Lebenswege von geretteten Kindern

Die abenteuerliche Reise eines Rödelheimer Mädchens über Schweden in die USA: Edith Froehlich, geb. Stern.

Nach den Novemberpogromen 1938 konnten etwa 20.000 jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei durch die sogenannten Kindertransporte gerettet werden. Im Mittelpunkt des Buches „Rettet wenigstens die Kinder“ stehen ihre Lebensgeschichten und die Schicksale ihrer Familien. Mitherausgeberin und Autorin Till Lieberz-Groß berichtet über die Familie Stern.

Familie Stern hatte in den 1920er-Jahren ein Textilgeschäft in Alt Rödelheim. Sie waren angesehene Rödelheimer Bürger. Vater Arthur Stern war nicht nur ein tüchtiger Kaufmann und Handelsvertreter, sondern auch ein engagierter Vereinssportler, Turner und Fußballer beim Rödelheimer Fußball Club. Mutter Elly Stern führte erfolgreich das Geschäft. Ab 1933 war die alteingesessene Rödelheimer Familie dem Terror und Verfolgungen der Nazis ausgesetzt. Tochter Edith konnte im Juli 1939 ihre Heimat mit einem rettenden Kindertransport nach Schweden verlassen und so überleben. In den USA konnte Edith ein neues Leben beginnen, sie heiratete Walter Froehlich, gründete eine Familie. Edith Froehlich, geb. Stern starb im Alter von 91 Jahren im November 2014 in den USA.

In Rödelheim ist die Familie spätestens seit Anfang des Jahres bekannt, als die neu gestaltete westliche Seite des Rödelheimer Bahnhofs als „Arthur-Stern-Platz“ eingeweiht wurde. An der feierlichen Eröffnung hatten auch die Geschwister Carol und William Froehlich teilgenommen, die Kinder von Edith Froehlich und Enkel von Arthur Stern.

Lesung von Till Lieberz-Groß am Dienstag, 4. Dezember 2018 um 19.30 Uhr in der Stadtteilbibliothek Rödelheim, Eintritt frei. Die Lesung findet in Kooperation mit dem Projekt Jüdisches Leben in Frankfurt e.V. statt.

Erinnern nicht vergessen

Die Pogromnachts-Gedenkveranstaltung am Mahmal der ehemaligen Synagoge in Rödelheim fand in diesem Jahr bereits am 4. November statt. Unter dem Motto ERINNERN NICHT VERGESSEN folgten rund 60 Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger der Einladung durch Vertreter der Rödelheimer Kirchengemeinden sowie verschiedener Organisationen, um an die jüdischen Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.

Rock gegen Rechts

Gegen Ausgrenzung – Für Frieden und Solidarität

Am diesjährigen Antikriegstag, Samstag dem 1. September wird ein großes Konzert als politische Kundgebung auf dem Frankfurter Opernplatz stattfinden. „Für Frieden und Solidarität“ lautet die Überschrift, unter der sich über 70 Organisationen zusammengefunden haben, darunter Umwelt- und Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Parteien, Stiftungen und städtische Institutionen: die Palette ist breit.

Anlass für das Bündnis sind auch die aktuellen politischen Diskussionen, in denen oft ein zunehmend menschenfeindlicher Ton dominiert. „Wir wollen ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Frieden und Menschenrechte, Vielfalt und Solidarität setzen“, sagt Philipp Jacks, der die Veranstaltung federführend organisiert. „Wir wollen eine Politik des Friedens, der Abrüstung und der Solidarität. Menschenrechte dürfen nicht verhandelbar sein. Frankfurt und Deutschland waren schon immer multikulturell, und gerade diese Vielfalt ist unsere Stärke.“

Die Schirmherrschaft übernommen haben die Vizepräsidentinnen der Deutschen Bundestages Claudia Roth und Petra Pau, sowie Oberbürgermeister Peter Feldmann und die Frankfurter Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber.

Musikalische Beiträge sind geplant von Shantel & Bucovina Club Orkestar (Balkan-Pop), Sookee (HipHop), Gastone (Folklore/Pop), Revolte Tanzbein (Ska), FEE. (Singer-Songwriter), Azzis mit Herz (HipHop), Baby Shoo (Hip-Hop), Ethnotolia (World) und dem GKB Frauen Rock Chor.

Eintritt frei, aktuelle Informationen unter www.rock-gegen-rechts.info

Arthur-Stern-Platz eröffnet

Am Mittwochvormittag, 14. Februar 2018 wurde der Arthur-Stern-Platz am Rödelheimer Bahnhof bei strahlendem Sonnenschein eröffnet. Abends kamen auf Einladung des Ortsbeirats und der evangelischen Cyriakusgemeinde die Enkel Arthur Sterns – die Geschwister Carol und William Froehlich, die extra aus den USA angereist waren – zum Empfang in den RAUM. Heiko Lüssmann referierte über die Geschichte der Familie Stern, die in den 1920er-Jahren ein Textilwarengeschäft in Alt-Rödelheim betrieben hatte. Arthur Stern war in seinem Stadtteil sehr anerkannt, sportlich für den 1. FC Rödelheim stark engagiert und viele Jahre dessen Vorsitzender. Doch Anfang der 1930er-Jahre veränderte sich das Leben für die Familie drastisch, in Rödelheim war eine besonders aggressive Ortsgruppe der NSDAP aktiv. Schon 1932 wurde Arthur Stern aus dem Vorstand des FC gedrängt und seit April 1933 wurden jüdische Geschäfte in Rödelheim systematisch boykottiert. Der Familie gelang 1939/40 die Flucht in die USA. Dort konnte Tochter Edith ein neues Leben beginnen, sie heiratete Walter Froehlich, gründete eine Familie. Durch den freundschaftlichen Kontakt zu Heiko Lüssmann besuchte sie noch mehrmals Rödelheim. Edith Froehlich starb im Alter von 91 Jahren im November 2014 in den USA. Ihre Kinder Carol und William freuten sich über die Benennung des Bahnhofsplatzes nach ihrem Großvater und sprachen angeregt mit den zahlreichen Rödelheimern, die zum Empfang in den RAUM gekommen waren.

Foto: William Froehlich vor dem Bild seines Großvaters Arthur Stern.

Lesen Sie auch den Bericht in der Frankfurter Rundschau vom 15.2.2018

Einladung zum Empfang der Enkel von Arthur Stern

Einladung zum Empfang der Enkel von Arthur Stern, Carol Froehlich und William Froehlich

Der Ortsbeirat 7 und die Evangelische Cyriakusgemeinde laden anlässlich der Einweihung des Arthur-Stern-Platzes die Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger ganz herzlich zum Empfang der amerikanischen Enkel des Namensgebers ein. Beide sind auf Einladung der Stadt Frankfurt am Main aus Buffalo und Washington angereist, um an der feierlichen Einweihung des nach ihrem Großvater benannten Platzes teilzunehmen. Mittwoch, 14. Februar 2018, 19 Uhr im RaUM – Evangelische Cyriakusgemeinde – Wolf-Heidenheim-Straße 7.

Im Rahmen des Empfangs gibt es die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Unterstützt wird der Empfang vom RaUM für Kinder und Teenies, der Friedensinitiative Rödelheim, Courage gegen Rassismus, dem Heimat- und Geschichtsverein Rödelheim, 1. FC Rödelheim 02, der Initiative Synagoge Rödelheim, FörSteR e.V., der Initiative Stolperstein Rödelheim, Zusammen e.V.

Für den Ortsbeirat: Michaela Will, Ortsvorsteherin.
Für die Evangelische Cyriakusgemeinde: Nicole Lauterwald, Vorsitzende des Kirchenvorstandes

Lesen Sie auch den Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 28.1.2018

Erinnern nicht vergessen

GEDENKSTUNDE AM SONNTAG 12. November 2017: Unter dem Motto ERINNERN NICHT VERGESSEN trafen sich Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger, Vertreter/Innen der Rödelheimer Kirchengemeinden sowie verschiedener Organisationen, um an die jüdischen Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.
Foto: ak

Zeichen setzen


Foto: Initiatorin Helga Dieter, mit Dr. Meron Mendel von der Bildungsstätte Anne Frank

Fast 150 Besucher folgten der Einladung zur Einweihung des Plakats „Gemeinsam gegen Nazis“ mit den bunten Logos der Vereine und allen 650 Namen der UnterzeichnerInnen, das nun für ein halbes Jahr deutlich sichtbar auf einer großen Werbefläche vor dem Bahnhof Rödelheim zu sehen ist. Die ungewöhnliche Ausstellung sollte durch eine kleine, improvisierte Feier am Mittwoch, 26. April eröffnet werden. Und alle sind gekommen!

Man kann sich kaum eine Veranstaltung vorstellen, bei der ohne Pause oder musikalische Unterbrechungen 18 kurze Ansprachen von Referenten zwischen 18 und 80 Jahren gehalten werden, die alle begründen, warum sie an der Aktion teilnehmen. Dabei gibt es ohne jegliche Absprachen kaum Wiederholungen, denn die Perspektiven sind sehr unterschiedlich. Obwohl die Veranstaltung bei kühlem Wetter im Freien stattfand, hörten die fast 150 TeilnehmerInnen interessiert bis zum Ende zu.

Das Entsetzen über die antisemitischen Angriffe und der entschlossene Vorsatz für gemeinsames, öffentliches Auftreten gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit wurde in historischen, pädagogischen, politischen, biografischen, religiösen, psychotherapeutischen und kulturellen Bezügen reflektiert. Dies in der hier gebotenen Kürze darzustellen ist nicht möglich. Deutlich wurde aber, dass sich in Rödelheim eine Debattenkultur entwickelt hat, in der kontroverse Positionen sachlich verhandelt werden.

Die einzelnen Beiträge aus den Organisationen bzw. von ihren Repräsentanten aus dem Stadtteil sind so differenziert und interessant, dass wir hoffen, dass der Main-Nidda-Bote sie als Gastkommentare in einer Art Kolumne im nächsten halben Jahr nacheinander veröffentlicht. Dabei könnten die beteiligten Rödelheimer Fraktionen weiterhin vorbildlich zeigen, dass es Probleme gibt, die nicht zum Wahlkampf taugen.

Es gab auch Kritik am Anmieten der Werbefläche. Aber eine bessere Idee, wie man mit einem Aufruf fast aller Institutionen, Initiativen, Fraktionen und Vereine eines Stadtteils sowie 650 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern längerfristig ein öffentliches Zeichen setzt, hatte auch niemand. Wir werden die Kosten schon stemmen und danken der citoyen-Stiftung für ihren Beitrag. Inzwischen hat auch die Bildungsstätte Anne Frank einen Betrag beigesteuert und die Sammlung vor Ort ergab 320 Euro. Es fehlen noch ca 1200 Euro. Deshalb bitten wir um Spenden (Spendenquittung erhältlich):

Konto: UBER Courage, Verwendungszweck AUFRUF
IBAN: DE30300606010103597946
Deutsche Apotheker- und Ärztebank, BIC: DAAE DE DD

Berichte in der Presse

Einladung: Gemeinsam ein öffentliches Zeichen setzen

Fast alle Rödelheimer Institutionen, Initiativen und Fraktionen im OBR 7 haben – nach der Schändung der Gedenkstätte im Brentanopark – gemeinsam erklärt, dass sie sich in Zukunft noch entschiedener als bisher für ein respektvolles, gleichberechtigtes und wertschätzendes Zusammenleben aller Menschen in unserer Nachbarschaft engagieren wollen. „Wir lassen es nicht zu, dass aus unserer Mitte jüdische Bürger oder Menschen anderen Glaubens, anderer Herkunft oder Kultur diffamiert, ausgegrenzt oder beleidigt werden.“ Über alle weltanschaulichen Differenzen hinweg haben diesen Vorsatz auch 650 Bürgerinnen und Bürger durch ihre Unterschrift unterstützt. Mit dem Einverständnis zur Veröffentlichung ihrer Namen wollen sie ein sichtbares Zeichen setzen für Toleranz, Menschenwürde und Gleichwertigkeit.
Veröffentlichung aller Unterstützer bei einer Feierstunde am Mittwoch, den 26. April 2017 um 17 Uhr auf dem Baruch-Baschwitz-Platz vor dem Bahnhof Rödelheim. Dr. Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne-Frank, wird eine Ansprache halten. Von den UnterzeichnerInnen werden einige kurz erklären, warum sie bzw. ihre Organisation an der Aktion teilnehmen. Die Veranstaltung soll so vielfältig werden wie der Kreis der Initiatoren mit den Logos auf dem Plakat und nicht länger als 45 Minuten dauern.

Zur Finanzierung sind dringend Spenden nötig: Apobank, BIC DAAEDEDD, Konto: UBER/Courage IBAN: DE30300606010103597946, Stichwort -AUFRUF- (Spendenquittung).

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