Gemeinsame Erklärung


Beim Entsetzen über die Schändung der Gedenkstätte am Ort der zerstörten Synagoge in Rödelheim haben alle betont, in Zukunft noch aufmerksamer zu sein. Mit der Entfernung der Schmierereien solle nicht zur Tagesordnung übergegangen werden. Das ist kaum vier Wochen her. Dennoch wird die Empörung vom Alltag überlagert. Der erste Schritt war ein gemeinsamer Aufruf, der sich wegen der Dringlichkeit nach den antisemitischen Schmierereien zunächst an Repräsentanten von Organisationen gewendet hat und von fast allen unterzeichnet wurde. Dies hat über den traurigen Anlass hinaus zu einer Atmosphäre des Zusammenhaltens geführt, wie sie symbolisch auf dem bunten Briefkopf sichtbar wird. Der Ortsbeirat hat eine ähnlich lautende Petition beschlossen. Der zweite Schritt ist es nun, den gemeinsamen Aufruf durch eine Unterschriftensammlung breit zu verankern und in der Öffentlichkeit überall sichtbar zu machen. Der Aufruf kann direkt hier unterschrieben werden.

Gedenkfeier

Copyright: Viktoria Heinz-Auth

Copyright: Viktoria Heinz-Auth

Mehr als 150 Menschen folgten der Einladung der Friedensinitiative der evangelischen Cyriakusgemeinde und kamen zur Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestags der Pogromnacht im November 1938, in deren Folge auch die Rödelheimer Synagoge zerstört worden war. Neben Redebeiträgen von VertreterInnen der Friedensinitiative zitierte Helmut Furtmann (Förster e.V.) aus der Dankesrede von Carolin Ehmcke, die sie anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche gehalten hatte. Die gesamte Rede kann hier abgerufen werden. Musikalisch wurde die Veranstaltung wieder von Katharina Hackel (Foto) begleitet.

Erinnern nicht vergessen

Die Friedensinitiative Rödelheim lädt ein zur Gedenkstunde am Sonntag, 13. November 2016, 16 Uhr am Mahnmal der ehemaligen Synagoge Rödelheim, Inselgässchen.
Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger, Vertreter/Innen der Rödelheimer Kirchengemeinden sowie verschiedener Organisationen treffen sich, um an die jüdischen Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.

Aktion gegen die Mahnmal-Beschädigung

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Als Reaktion auf die antisemitischen Besprühungen des Mahnmals haben zahlreiche junge Rödelheimer die betroffenen Elemente verhüllt und die Gedenkstätte mit Blumen und Kerzen geschmückt. Viele Passanten wurden bei ihrem Sonntagsspaziergang dadurch erst auf die Beschädigung aufmerksam und zeigten sich sehr betroffen.
Foto: Angela Kalisch

Mahnmal beschmiert

stele-beschmiertTeile der Gedenkstätte wurden in der Nacht vom 3. auf den 4. November 2016 mit Kreuzen und antisemitischer Parole besprüht. In einer ersten Reaktion äußerten sich Vertreter unserer Initiative entsetzt. Die Gedenkstätte war seit der Einweihung vor gut einem Jahr keinen Anfeindungen ausgesetzt gewesen. Der Heimat- und Geschichtsverein hat unmittelbar nach Entdeckung der Beschädigung Anzeige erstattet.
Foto: Dr. Armin Kroneisen

Berichte in der Presse

Veranstaltungen des HGV

26. April 2016, 2016, 19.30 Uhr, Pavillon im Brentanopark: Straßennamen – Menschenbilder. Verdiente jüdische Frankfurter Bürger. Vortrag von Monica Händler.
18. Mai 2016, 14.00 Uhr, Auguste-Oberwinter-Haus: Die sichtbare Rödelheimer Synagoge. Vortrag und Führung von Horst Günter Kroneisen.
Das komplette Jahresprogramm des Heimat- und Geschichtsvereins Rödelheim ist auf der Homepage des HGV abrufbar.

Abschluss des Projekts

Das gemeinsame Projekt “Die Rödelheimer Synagoge sichtbar machen” konnte Anfang des Jahres 2016 auch in finanzieller Hinsicht abgeschlossen werden. Die Kosten für das Projekt betrugen 44.698,65 Euro. Davon wurden 10.000 Euro vom Ortsbeirat 7 und 15.107,15 Euro vom Planungsdezernat der Stadt Frankfurt getragen. Der restliche Betrag in Höhe von 19.591,50 Euro kam durch Spenden von Bürgern, Stiftungen, Vereinen und Kirchengemeinden zustande. Projektleiter Dr. Armin Kroneisen dankt darüberhinaus allen, die sich ehrenamtlich engagiert haben.

Einweihungsfeier

2015-11-06_synagogeAm Freitag, 6. November 2015, wurde die fertiggestellte Gedenkstätte feierlich eingeweiht. Nach der Begrüßung durch Dr. Armin Kroneisen folgten Grußworte von Olaf Cunitz, Felix Semmelroth und Veljko Vuksanovic. Rabbiner Julian-Chaim Soussan sprach das Kel Male Rachamim, ein Gebet zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von Nicole Lauterwald. Am Ende übergab Kroneisen die Gedenkstätte symbolisch in die Hände der Stadt Frankfurt. Weiterlesen

Einweihung der Gedenkstätte

skizze-akFreitag, 6. November 2015, 14 Uhr im Brentanopark/Inselgäßchen
Die Gestaltung der Gedenkstätte spannt einen Bogen von der ehemaligen jüdischen Gemeinde und ihrer Geschichte von 1290 bis 1938/1942, die mit ihrer Synagoge Teil des Rödelheimer Lebens war, zur folgenden Zerstörung und zur Ermordung jüdischer Bürger. Der von den Nationalsozialisten brutal vollzogene Bruch der jüdischen Geschichte und des jüdischen Lebens in Rödelheim, symbolisiert durch den Weg über den Synagogenbereich, wird nun in der Gedenkstätte sichtbar überwunden. Die Namensstele nennt die bis heute bekannten von den Nationalsozialisten ermordeten oder in den Tod getriebenen Juden. Die Platzierung der Stele auf der Mauerlinie der Synagoge, also außer- und innerhalb zugleich, deutet an, dass Juden aufgrund ihres Judentums an sich, unabhängig von ihrem Glaubensengagement, umgebracht wurden. Die Sitzbänke und das zwischen ihnen stehende Mahnmal mit der Darstellung der zusammengepferchten, entwürdigten und aus dem Leben gerissenen Menschen bilden den eigentlichen Ort des Gedenkens. Der Thorastein an der Ostwand der ehemaligen Synagoge erinnert an den Schrein mit den fünf Büchern Moses, das Zentrum der Synagoge, aus denen im jüdischen Gottesdienst vorgelesen wird. So wie die Gesetzesrolle das jüdische Volk durch die Höhen und Tiefen seiner Geschichte begleitet hat, so soll der Stein ein Zeichen der Hoffnung sein für Wege in eine bessere Zukunft: Aus der Mahnung vor Misstrauen, Ausgrenzung, Diffamierung und Hass muss der Aufbruch führen zu Begegnungen und zum respektvollen Zusammenleben der Religionen.
Programm:
Beginn der Veranstaltung 14:00 Uhr
Jüdisches Musikstück: Maria Katharina Hackel
Begrüßung: Dr. Armin Kroneisen, Projektleiter
Grußworte von Olaf Cunitz, Bürgermeister, Prof. Dr. Felix Semmelroth, Stadtrat und Veljko Vuksanovic, Ortsvorsteher
Verlesen der Namen der ermordeten Rödelheimer Juden: Elke Klee, Pfarrerin i.R. und Heiko Lüßmann, RAUM
Kel Male Rachamim: Julian-Chaim Soussan, Rabbiner
Übergabe der Gedenkstätte an die Stadt Frankfurt: Dr. Armin Kroneisen
Jüdisches Musikstück: Maria Katharina Hackel
Grafik: Dr. Armin Kroneisen